Expediting & Claim Management im Einkauf | Procurement Buddies
Leistungen · Projekteinkauf

Expediting & Claim Management: Termine sichern, Rechte durchsetzen

Kurz gesagt: Wir sorgen dafür, dass Lieferanten liefern – zum vereinbarten Termin, in der vereinbarten Qualität. Und wenn sie es nicht tun, stellen wir sicher, dass vertraglich vereinbarte Konsequenzen auch tatsächlich durchgesetzt werden. Nicht irgendwann, sondern bevor der Schaden entsteht.

von Daniel Panzer · Procurement Buddies

Unverbindlich austauschen

Woran erkennt ihr, dass ihr Expediting braucht?

Meist an den gleichen Symptomen: Liefertermine verschieben sich immer wieder, Eskalationsgespräche häufen sich kurz vor dem Einbauzeitpunkt, der Einkauf reagiert statt zu steuern. Einzelne Verspätungen wirken harmlos – in der Summe gefährden sie Liefertreue, Projektziele und Kundenvertrauen.


Was ist Expediting – und was ist Claim Management?

Expediting und Claim Management sind zwei Seiten einer Medaille: Expediting greift ein, bevor der Termin verloren geht. Claim Management setzt Rechte durch, wenn es trotzdem passiert ist.

Ohne Expeditingreaktiv – Probleme werden zu spät erkannt
Mit strukturiertem Expeditingproaktiv – Eingriff vor dem Terminverlust
Kontrolle & Liefertreue Verzug, Eskalation, Sonderkosten
Strukturiertes Expediting reduziert Verzüge messbar – und schafft Handlungsspielraum, bevor Eskalationen nötig werden.

Wann ist Expediting besonders wichtig?

Überall dort, wo Terminverzüge besonders teuer werden:

  • CAPEX- und Investitionsprojekte mit straffen Terminen
  • Serieneinkauf mit Taktbindung an die Produktion
  • Single-Source-Teile ohne kurzfristige Alternative
  • Internationale Beschaffung mit langen Lieferzeiten
  • Neue Lieferanten in der Anlauf- und Qualifizierungsphase
  • Sonder- und Werkzeugteile mit langen Wiederbeschaffungszeiten

Warum viele Unternehmen auf Vertragsstrafen verzichten – und was das kostet

Häufig fehlt die Dokumentation, oder die Beziehung zum Lieferanten soll nicht belastet werden. Das ist verständlich – aber es sendet das falsche Signal. Professionelles Claim Management ist keine Konfrontation, sondern die konsequente Umsetzung vertraglicher Vereinbarungen. Fair, klar und nachvollziehbar.

  • Ohne saubere Dokumentation lassen sich Ansprüche kaum durchsetzen – auch bei eindeutigem Verzug.
  • Vertragsstrafen nicht einzufordern bedeutet: der Lieferant lernt, dass Verspätungen ohne Konsequenz bleiben.
  • Spät gemahnte Claims verlieren an Durchsetzungskraft, weil Fristen versäumt wurden.
  • Fehlende Standardklauseln im Vertrag machen jede Schadensersatzforderung zum juristischen Risiko.

Wie läuft ein Expediting- und Claim-Prozess bei uns ab?

In vier klaren Schritten, damit Termine nicht erst nach der Eskalation gesichert werden:

SCHRITT 1

Monitoren

Terminstatus je Lieferant und Bestellung systematisch erfassen und Frühwarnindikatoren definieren.

SCHRITT 2

Eingreifen

Vor dem Terminverlust aktiv eskalieren, Alternativlösungen prüfen, Lieferanten zu Beschleunigungsmaßnahmen veranlassen.

SCHRITT 3

Dokumentieren & claimen

Verzug lückenlos nachweisen, Fristen setzen, Vertragsstrafe berechnen und schriftlich geltend machen.

SCHRITT 4

Verankern

Standardklauseln in Verträge aufnehmen und Expediting-Prozess als feste Routine etablieren.


Beispiel aus der Praxis: Anlagenbau

Ein mittelständischer Anlagenbauer kämpfte mit wiederkehrenden Verzügen bei zwei Lieferantengruppen. Zwei typische Situationen, zwei klare Vorgehensweisen:

Sondermaschinen mit langen Lieferzeiten

  • Einführung eines strukturierten Fortschritts-Trackings: monatliche Lieferantenabfragen ab Bestellung
  • Frühwarnschwellen definiert: bei Abweichung über zwei Wochen automatische Eskalation
  • Vertragsklauseln nachgeschärft: Vertragsstrafe 0,5 % je Verzugswoche, max. 8 %
  • Ergebnis: Terminabweichungen um 60 % reduziert im Folgejahr

Lieferant mit wiederholtem Qualitätsverzug

  • Lückenlose Dokumentation aller Abweichungen über sechs Monate aufgebaut
  • Schadensersatz für Sonderfahrten und Produktionsunterbrechungen berechnet und geltend gemacht
  • Second Source parallel qualifiziert, um Abhängigkeit zu reduzieren
  • Ergebnis: Einigung auf Vertragsstrafe und Qualitätsaktionsplan des Lieferanten

Auf einen Blick

  • Proaktiv statt reaktiv: Wir greifen ein, bevor der Termin verloren geht.
  • Lückenlose Dokumentation: Grundlage für jede Claim-Durchsetzung.
  • Fair, aber konsequent: Vertragsrechte durchsetzen ohne unnötige Eskalation.
  • Vertragsklauseln schärfen: Basis für künftige Beschaffungen verbessern.
  • Als Prozess verankert: Expediting als Routine, nicht als Notfallmaßnahme.

Häufige Fragen

Was ist Expediting im Einkauf?

Expediting bezeichnet die aktive Überwachung und Beschleunigung von Lieferungen, um vereinbarte Liefertermine einzuhalten. Der Expeditor koordiniert zwischen Lieferant, Einkauf, Produktion und Logistik und greift ein, bevor Verzüge entstehen.

Was ist Claim Management im Einkauf?

Claim Management ist die strukturierte Durchsetzung vertraglicher Ansprüche bei Lieferverzug oder Schlechtleistung – durch Dokumentation, Fristsetzung, Vertragsstrafen und bei Bedarf rechtliche Schritte.

Was ist der Unterschied zwischen Expediting und Claim Management?

Expediting ist präventiv und verhindert Verzüge durch frühzeitige Intervention. Claim Management ist reaktiv und setzt Rechte durch, wenn Verzüge oder Mängel bereits eingetreten sind. Beide Disziplinen ergänzen sich im professionellen Projekteinkauf.

Welche Vertragsstrafen sind bei Lieferverzug üblich?

Typischerweise 0,5–1,0 % des Auftragswertes pro Verzugswoche, gedeckelt bei 5–10 % des Gesamtauftragswertes. Die genaue Ausgestaltung muss vertraglich geregelt und im Verzugsfall lückenlos dokumentiert sein.

Wann lohnt sich Expediting besonders?

Überall dort, wo Terminverzüge besonders teuer werden: bei CAPEX-Projekten, Serieneinkauf mit Taktbindung, langen Lieferzeiten, Single-Source-Situationen und bei Lieferanten mit bekannten Kapazitätsengpässen.

Wo lassen sich eure Liefertermine besser absichern?

In einem ersten Gespräch schauen wir gemeinsam auf eure Lieferantensituation und zeigen, wo Expediting und Claim Management den größten Hebel haben.

Unverbindlich austauschen